Dienstag, 5. Mai 2026

30. April 2026 Ein interessanter Rundgang durch Avdou

Dorfmitte in Avdou

Wer nicht nur an den antiken Epochen Kretas interessiert ist sondern auch an der jüngeren Vergangenheit der Inselbewohner, der kommt an Besuchen der Dörfer abseits der Küste nicht vorbei.

 



Viele dieser Orte sind nur noch teilweise bewohnt und verfallene Häuser weisen auf ein pulsierendes Leben vor noch einigen Jahrzehnten mit Geschäften und Werkstätten hin.

 

Der Kulturverein des Dorfes Avdou nahe dem Aposelemi Staudamm hat es sich zur Aufgabe gemacht, an die vergangenen Zeiten zu erinnern.

An vielen Häusern und Ruinen wurden phantasievolle Schilder angebracht, die auf die frühere Nutzung hinweisen, mit den Jahreszahlen und den Namen der ehemaligen Betreiber.

Einheimisches Obst & Gemüse bei David Fisarakis 1950-2002

Schuhfabrik von Aristidis Papagiannakis (dem Sohn von Pope Kakios) 1925-1950

Schuhmacher Antonius Kayampakis 1945-1977

 

Lebensmittelgeschäft von Emmanuel Pantermarakis 1930-1980

 

 

 

 

 

 

Auf diese Weise bleibt den Bewohnern des Dorfes die Erinnerung an mittlerweile meist schon verstorbene Ladeninhaber erhalten und dem ortsfremden Besucher erschliesst sich bei einem Spaziergang durch den kleinen Ort das vergangene Dorfleben, als vom Bäcker bis zum Metzger, vom Arzt bis zum Barbier und vom Blechschmied bis zum Schreiner noch jeder mit wenigen Schritten erreichbar war. 

Bäckerei von Emmanuel Chaniotakis 1961-1998

Tabakwarenhandlung von Aristoteles Tamiolakis 1937-1964

Café von Konstantinos Pinakoulakis (Somaras) 1960-1993

Metzgerei der Familie Grammatikakis 1960-1970 und 1990-2005

 

Mit Hilfe dieser Informationen wird das ehemalige geschäftige Dorfleben transparent und lebt mit ein wenig Phantasie vor dem geistigen Auge wieder auf. 

Café und Frisör Zacharias G. Kourmoulakis 1925-1945

 
Frisörsalon von Ioannis Paschalidis 1930-1955

Fleischerei von Emmanuel Dafotis & Papadogiannakis Nikolaos

Schneiderei George D. Kourmoulakis 1950-1966

Schmiedewerkstatt von Konstantinos Pinakoulakis von G. 1940-1961

Und wer sich nach dem Spaziergang auf ein Getränk oder einen Imbiß in das Kafeneio von Frau Rodanthi Asiminaki in der Dorfmitte begibt, kann durchaus noch auf den einen oder anderen alten Bewohner treffen der von dieser Zeit noch etwas zu erzählen weiß.

So ist es uns auch ergangen, als wir nach unserem Rundgang noch bei Rodanthi einen Frappé getrunken haben. Sie hat sich gleich mit zu uns an den Tisch gesetzt und sich mit uns unterhalten und auch der 93 Jahre alte Pappus am Nebentisch wußte noch so Einiges zu erzählen. 

 

vor Rodanthis Kafeneio

Bei dem netten Gespräch kam jedoch auch zur Sprache, daß ein Großteil der jungen Leute aus dem Dorf mittlerweile in die Großstädte wie Heraklion oder Chania verzogen sind.

Bei unserem Rundgang ist uns allerdings auch aufgefallen, daß schon einige Wohnhäuser wieder renoviert und bewohnt sind. 



 


Besucher aus dem Ausland haben sich hier ein kleines Zweitrefugium geschaffen, um im Urlaub oder aber auch dauerhaft im Rentenalter das Inselleben abseits der Touristenströme geniessen zu können.

Drei Tavernen am Ortsrand und ein kleiner Supermarkt im Herzen des Dorfes sichern auch die Grundversorgung.

 

Der örtliche Supermarkt in der Dorfmitte

Man kann also hoffen, daß dem Dorf mit den neuen Bewohnern auf Dauer neues Leben eingehaucht werden kann. 

Kirche der Hl. Panagia (Mutter Gottes) von 1912 am Ortsrand

 



 

 

Donnerstag, 30. April 2026

30.04.2026 Wenn die Sonne über der Mirabellobucht aufgeht

 

 

Es kommt nicht so häufig vor, daß ich früh am Morgen schon um 6 Uhr wach bin. 

Schliesslich habe ich das Berufsleben hinter mir.

Wenn es aber doch wie heute der Fall ist, schaue ich mir von unserer Terrasse den Sonnenaufgang über Agios Nikolaos an und bin jedes Mal fasziniert von diesem Ausblick. 


 

Mittwoch, 22. April 2026

22. April 2024 Ein Gänsegeier und viele Wildblumen

Auf unserem heutigen Ausflug durch ein paar Dörfer auf der Insel Kreta ist mir ein seltener Schnappschuss gelungen.

Vor unserem Auto hüpfte ein Gänsegeier (Gyps fulvus) über die Straße.

Wenige Momente später flüchtete er den Hang hinauf und blieb dort sitzen.

So gelang es mir, diesen großen Vogel einmal abzulichten.

Gänsegeier sind zwar auf Kreta immer wieder mal am Himmel zu sehen wenn sie ihre Runden drehen, aber meist lassen sie sich nur hoch oben in den Felsen nieder und sind dann auch oft schwer aus der Ferne zu erkennen. 

Gänsegeier gehören zu den Altweltgeier-Arten. Ihre Flügel-Spannweite bewegt sich zwischen 2,30 m und 2,60 m .

 

Unser Ausflug durch die Natur bescherte uns aber auch noch eine Vielfalt blühender Pflanzen.

SpeiseChrysanthemen (Glebionis coronaria) im Olivenhain

 



Giftiger Riesenfenchel (Ferula communis)

Strauchiges Brandkraut (Phlomis fruticosa)

 

Witwenblume (Knautia integrifolia)

Montag, 20. April 2026

20. April 2026 In den Ruinen von Lato

 

Die Ruinen der dorischen Stadt Lato liegen auf einem Bergkamm oberhalb von Agios Nikolaos.

Lato wurde im 8. Jahrhundert vor Christus gegründet, aber bereits zu minoischer Frühzeit war die Gegend besiedelt.  

Zu dieser Zeit befand sich der Hafen von Lato mit Namen Kamara in Stelle der heutigen Stadt Agios Nikolaos.  

Die Ruinen von Kamara im Zentrum von Agios Nikolaos

Die Stätte Lato liegt zwischen zwei Hügeln in ca. 380-395 m Höhe und bietet archäologische Einblicke sowie einen weiten Panoramablick, oft als "Zyklopenmauern" beschrieben.